Wir planten ursprünglich eine klassische Karibik-Kreuzfahrt mit Sonne, türkisfarbenem Meer und tropischen Inseln. Durch mehrere Hurrikans und einen Motorschaden änderte die Reederei jedoch kurzfristig die Route. Erst beim Check-in erfuhren wir, dass das Schiff nicht in die Karibik fahren würde, sondern entlang der US-Ostküste nach Bermuda und damit vorbei am Bermuda-Dreieck. Vorab gab es keine Information, keine Alternative und keine Erstattung, was uns faktisch zum Antritt der neuen Route verpflichtete.
Die Stimmung auf dem Schiff war dementsprechend verhalten. Viele Gäste waren enttäuscht, denn man hatte sich auf tropische Strände eingestellt und landete stattdessen in kühlen nordamerikanischen Häfen – mit Temperaturen, die teilweise schon an Kanada und Deutschland erinnerten. Auch wenn das Wetter sonnig blieb, kam das Karibik-Feeling einfach nicht auf.
Trotz allem versuchten wir, das Beste daraus zu machen – und am Ende wurde es doch noch eine besondere Reise mit vielen Eindrücken.
Gestartet sind wir in New York, wo wir vorab drei Tage verbracht haben. Wer wissen möchte, was man in New York erleben kann, findet dazu meinen separaten Beitrag über die besten Sehenswürdigkeiten in New York.
Dann begann unsere Kreuzfahrt mit Stopps in Boston, Portland und Eastport, bevor es nach zwei Seetagen schließlich durch einen Randbereich des berühmten Bermuda-Dreiecks weiter nach Bermuda ging – das Highlight der gesamten Tour.
Stopps der Nordost- & Bermuda-Dreieck Kreuzfahrt:
Boston – Geschichte trifft Moderne
Auf dem Freedom Trail durch Amerikas Vergangenheit
Unser erster Halt führte uns nach Boston, eine Stadt voller Geschichte und Atmosphäre. Hier sind wir auf einer geführten Walking Tour den berühmten Freedom Trail entlanggelaufen – eine etwa vier Kilometer lange Route durch das historische Zentrum mit Kirchen, Friedhöfen und Denkmälern.
Boston ist eine Stadt, die Geschichte atmet – und dabei trotzdem jung und modern wirkt. Ein idealer Startpunkt für alle, die amerikanische Geschichte & Revolution hautnah erleben möchten.
Neben den vielen spannenden Gebäuden und Geschichten lohnt sich übrigens auch der Besuch der Quincy Market Hall, wo es neben Souvenirs auch leckeres Essen auf die Hand gibt.
Als wir vor 8 Jahren das erste Mal in Boston waren, haben wir außerdem noch die Harvard Universität besucht. Diese liegt allerdings etwas außerhalb in Cambridge. Auch dort kann man mit einem kleinen Plan über den Campus laufen und einmal so tun, als hätte man hier ein Semester studiert…. 😉

Portland – maritime Ruhe und Hafenflair
Entspannt am Wasser entlang
In Portland (Maine) ging es deutlich ruhiger zu. Wir sind durch die kleine Stadt gebummelt, entlang des Hafens spaziert und haben einfach das maritime Flair genossen.
Ein gemütlicher Ort für alle, die eine Pause vom Sightseeing brauchen – mit schönen Cafés, Boutiquen und viel Seeluft. Wir hatten zwar trockenes Wetter und Sonnenschein, allerdings konnte das unsere Stimmung leider auch nicht ganz mehr Aufheitern, da die Enttäuschung über unsere eigentlichen warmen Karibikziele uns immer wieder vor Augen geführt wurde.
Eastport – wie aus einer Netflix-Serie
Ein Ort so ruhig wie ein Filmset
Eastport war unser dritter Stopp – ein winziger Ort, der aussieht, als wäre er direkt einer amerikanischen Serie entsprungen. Hier ist die Welt noch in Ordnung: kleine Häuser, ein winziger Hafen, ein Polizist auf Streife – und absolute Ruhe.
Es gibt kaum Sehenswürdigkeiten, aber wer echte Kleinstadt-Atmosphäre sucht, wird hier glücklich. Großartig unternehmen kann man hier aber auch einfach nichts (mehr Kreuzfahrtgäste als Einwohner), von daher kann man kurz mal am Hafen entlang schlendern und bei dem einen Pub ein Bier oder Cider trinken. Wer noch nach einem Fotomotiv sucht, kann direkt vorne am Anlegeplatz ein Bild mit der blauen Tonne machen für den östlichsten Punkt Amerikas.






Seetage – Unterwegs durch das berühmte Bermuda-Dreieck
Zwei Tage auf dem Atlantik Richtung Bermuda
Nach den kühlen Stopps an der Ostküste folgten zwei Seetage – perfekt, um auf dem Schiff zu entspannen, den Blick aufs Meer zu genießen und sich langsam auf Bermuda einzustimmen – und irgendwo weit entfernt davon beginnt auch das legendäre Bermuda-Dreieck, das große mystische Seegebiet, das so viele Geschichten inspiriert hat.. Die Hoffnung war immerhin: Endlich mal warme Temperaturen und schwimmen.

Bermuda – britisches Flair, rosa Strände und türkisblaues Meer
Unser Highlight nach einer turbulenten Kreuzfahrt
Nach zwei Tagen auf See erreichten wir endlich Bermuda – das Ziel, das unsere Kreuzfahrt doch noch halbwegs gerettet hat, auch wenn das Wetter hier nur durchwachsen gewesen ist, da der Hurrikan kurz zuvor das warme Wasser und die Hitze mitgenommen hatte.
Ein kurzer Blick ins berühmte Bermuda-Dreieck
Das Bermuda-Dreieck gehört wohl zu den bekanntesten Mythen rund um die Insel. Das Dreieck erstreckt sich grob zwischen Miami, Puerto Rico und Bermuda – ein riesiges Seegebiet, in dem im 20. Jahrhundert mehrere Schiffe und Flugzeuge unter ungeklärten Umständen verschwanden. Die meisten Fälle wurden später auf Wetterumschwünge, starke Strömungen oder Navigationsfehler zurückgeführt. Dennoch hält sich der Mythos hartnäckig – und macht Bermuda für viele Reisende irgendwie noch ein bisschen mysteriöser. Ein spannender Funfact, den man auf der Insel gerne hört, ohne dass man davon irgendetwas im Alltag bemerkt. So gibt es auf der Insel sogar Souvenirs mit dem Spruch „Triangle Survivor“ (Auf deutsch so viel wie Dreiecks Überlebender) zu kaufen und sogar ein Museum, mit ausgestellten Wrack Teilen und Geschichten über diesen Mythos.
Royal Naval Dockyard – das Tor zu Bermuda & dem Bermuda-Dreieck
Unser Schiff legte im Royal Naval Dockyard an. Dort findet man das National Museum of Bermuda, die Clocktower Shopping Mall, Souvenirshops und kleine Cafés mit Meerblick.
Vom Anleger fährt eine kostenlose orangene Trolleybahn, die alle 10–15 Minuten im Kreis fährt und die wichtigsten Punkte im Dockyard verbindet – ideal, um bequem zur Shopping Mall und zu weiteren Stops zu kommen.
💡 Tipp: Auf Bermuda zahlt man überall in US-Dollar, alternativ bekommt man beim Abheben den Bermuda-Dollar (1:1 an den USD gekoppelt).
Wer die Insel individuell erkunden möchte, kann auch Motorroller mieten – ganz wie in Thailand. Die Roller gibt es direkt beim Dockyard, ideal für kurze Touren über die Insel.
Neben klassischen Sehenswürdigkeiten werden im Dockyard auch zahlreiche Katamaran- und Schnorcheltouren angeboten – tagsüber oder als romantischer Sunset-Cruise. Wir selbst haben zwei Katamaran-Touren gemacht – beide traumhaft schön, mit fantastischen Ausblicken auf Bermudas Küsten.
Mit der Fähre nach Hamilton
Von der Fährstation im Royal Naval Dockyard gelangt man in etwa 20 Minuten in die Hauptstadt Hamilton.
🎟️ Tickets für Busse & Fähren:
Diese gibt es im Visitor Information Center (ca. 200–300 m vom Anleger). Dort bekommt man Einzeltickets in Form von Coins oder 1–2-Tagespässe, die sich ab rund 7 Fahrten pro Tag lohnen. Die Coins kann man sowohl im Linienbus als auch auf der Fähre verwenden, mit Bargeld zahlt man eher nur bei Taxis und privaten Busanbietern.
🚕 Taxi-Tipp:
Taxifahrten starten bei 5,15 US-Dollar, jede weitere Meile kostet etwa 2,75 US-Dollar.
Hamilton selbst ist überschaubar, aber charmant – kleine Parks, korallenfarbene Häuser und ein Fort mit Aussicht über die Stadt.

Mit dem Bus entlang der Südküste – von Warwick Long Bay bis Horseshoe Bay
Von Hamilton aus nahmen wir den Bus Nr. 7 Richtung Süden. Nach etwa 25 Minuten stiegen wir bei der Warwick Long Bay aus – ein wunderschöner Strandabschnitt und perfekter Startpunkt für einen Spaziergang entlang der Küste.
Der Weg führt etwa 3 Kilometer über Jobson’s Cove, Stonehole Bay und Chaplin Bay bis zur bekannten Horseshoe Bay, dem berühmtesten rosa Strand Bermudas.
💗 Warum der Sand rosa ist:
Die rosa Farbe stammt von mikroskopisch kleinen roten Korallen und Muscheln (Foraminiferen), die sich mit dem weißen Kalkstein-Sand vermischen – dadurch entsteht der sanfte Rosaschimmer, für den Bermuda berühmt ist.
Die Rückfahrt vom Horseshoe Bay Beach zurück zum Dockyard dauert ebenfalls etwa 25 Minuten. Sowohl Hin- als auch Rückfahrt kosten jeweils 7 US-Dollar pro Person – entweder im Sammelbus oder mit dem Linienbus 7.
St. George – Geschichte trifft Karibikflair am Rande des Bermuda-Dreiecks
Am letzten Tag nutzten wir den kostenlosen NCL-Shuttle-Katamaran (nur für Gäste von Norwegian Cruise Line) nach St. George – eine rund 45-minütige Fahrt in den Osten der Insel.
In St. George besuchten wir die malerische Tobacco Bay, perfekt zum Schwimmen und Schnorcheln, und das historische Fort St. Catherine. Da es sehr heiß war, nahmen wir für den Aufstieg ein Taxi, anschließend liefen wir etwa 10 Minuten zur nächsten Bushaltestelle und fuhren mit dem öffentlichen Bus zurück in die Stadt.
Das Fort ist tatsächlich eines der besterhaltendsten Forts, die wir bislang gesehen haben. Die 5$ Eintritt pro Person sind daher wirklich lohnenswert.


Fazit – Enttäuschung, Überraschung & ein Happy End auf Bermuda im Bermuda-Dreieck
Unsere Reise war nicht die, die wir gebucht hatten – und das war anfangs schwer zu akzeptieren. Die fehlende Vorab-Information, die geänderte Route und die verhaltene Stimmung an Bord machten den Start wirklich schwierig.
Doch am Ende wurde die Kreuzfahrt trotzdem besonders: Wir sahen Städte, die wir sonst nie besucht hätten, und fanden auf Bermuda schließlich doch noch das ersehnte Paradies – mit türkisblauem Wasser, rosa Stränden und unvergesslichen Katamaran-Touren.
Fazit: Auch wenn Reisen manchmal anders laufen als geplant – sie können trotzdem unvergesslich werden, allerdings hoffen wir persönlich, dass wir so etwas nicht mehr erleben müssen, da die Enttäuschung wirklich riesig war. Und: Ja, das berühmte Bermuda-Dreieck klang im Vorfeld viel mystischer als es eigentlich am Ende ist! 😉
